Blautopf-Quiz
Wilhelm Dodel, geboren 1850 in Ebingen, war...
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Stadtgeschichte

Die Blautopfstadt Blaubeuren hat heute mit ihren 7 Stadtteilen ca. 12000 Einwohner. In der Kernstadt leben etwa 5600 Einwohner. Noch um das Jahr 1830 lebten in der historischen Altstadt, die kaum über die Stadtmauern hinausgewachsen war, ca. 1810 Einwohner.

Trotz der beengten Tallage hat sich die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten in ihrer Einwohnerzahl vervielfacht. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts spielte sich das Leben innerhalb der Stadtmauern ab. In ihrem weiten Umland lagen zahlreiche Dörfer, von denen heute ein Teil zur Stadt gehört. Die Altstadt Blaubeurens ist in ihrem städtebaulichen Gefüge noch so erhalten, wie sie im Mittelalter entstanden ist. Wenn Sie auf einen der Aussichtspunkte um den Talkessel steigen, können Sie dies aus der Vogelperspektive sehr leicht ablesen. Leider ist die Stadtmauer teilweise um das Jahr 1830, als mit der Industrialisierung auch die siedlungsmäßige Ausdehnung der Stadt begann, abgebrochen worden. Trotzdem ist die städtebauliche Gestalt der Altstadt Blaubeurens in Umriss, Straßenführung und Parzellierung im Wesentlichen mit den Verhältnissen im Mittelalter identisch. Der Grundriss wird beherrscht durch ein schiefes Straßenkreuz mit dem Marktplatz als Mittelpunkt. Der Umriss der Stadt stellt sich stark vergrößert als ein unregelmäßiges Fünfeck dar, das sich an die Talränder und den bestehenden Klosterbezirk anpasst. Mit rund 190 Hofstätten war die Stadt für 1.100 bis 1.200 Einwohner ausgelegt. Der Mauerring umschloss einst eine Fläche von 0,8 Quadratkilometern.

Die Anfänge der Besiedelung

Die Siedlungsgeschichte im Blau- und Aachtal reicht zurück bis in die Altsteinzeit. In den zahlreichen Höhlen um die Stadt herum sind sowohl Funde aus der Neandertalerzeit als auch der Cromagnonmenschen nachgewiesen. Auch die Kelten haben im größeren Umfeld der Stadt gesiedelt. Mit großer Wahrscheinlichkeit war auf dem Fels der Burg Hohengerhausen (heute Rusenschloss) eine keltische Fliehburg. Siedlungsreste in der Tallage sind nicht nachgewiesen. Dies wohl deshalb, weil die sumpfigen Wiesen zur Ansiedlung nicht geeignet waren. Auch römische Ansiedlungen sind nur im größeren Umkreis um Blaubeuren herum zu finden. Erst als die Alemannen den süddeutschen Raum besiedelten, entstanden größere Ansiedlungen in den Dörfern auf der Blaubeurer Alb. Aus dieser Zeit stammen wohl auch die ersten Ansiedlungen in der Talaue. Zumindest lassen Alemannengräber am Nordhang des Ruckens darauf schließen. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts dürften die Burgen Hohengerhausen und Ruck entstanden sein. Es gab damals schon Mühlen an Aach und Blau. Sicher ist auch, dass am Blautopf zu dieser Zeit eine Täuferkapelle gestanden hatte, wo der Graf von Ruck und die Pfalzgrafen von Tübingen das Kloster bauten.

Kloster

Es ist strittig, ob die Stadt schrittweise in Ergänzung zum Kloster entstanden ist, oder ob sie bewusst als Gegenpol zur Kloster-gründung gebaut wurde. Im Jahr 1267 wurde Blaubeuren als Stadt erstmals genannt. 


Stadtrecht und Stadtwappen

In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurden die Burgen Hohengerhausen und Ruck gebaut. 1085 gründeten der Graf von Ruck und die Pfalzgrafen von Tübingen das Benediktinerkloster. 1267 wird die bereits bestehende Stadt erstmals genannt. Sie war damals im Besitz der Pfalzgrafen von Tübingen. Ausschlaggebend für die Stadtgründung und die Verleihung des Stadtrechts dürfte die strategische Lage am Albaufstieg gewesen sein. Zusammen mit der Burg Ruck konnte hier der Einfall feindlicher Truppen in die pfalzgräflichen Lande verhindert werden. 1282 kam die Stadt in die Hoheit der Grafen von Helfenstein. Bis zum Jahr 1447 wechselten die Stadtherrschaften mehrmals, weil die Stadt immer wieder in andere Hände verpfändet wurde. 1447 kauften die Grafen von Württemberg von den Helfensteinern die Stadt. 1471 wurde Blaubeuren ein Wappen verliehen. Die Wappenfigur ist das "Blaumännle".    

  Wappenbrief     Blaumännle  

Mit dem Kauf Blaubeurens wurde unsere Stadt fest in die Geschichte Württembergs eingebunden. Lange Zeit ist Blaubeuren der am weitesten nach Süden vorgeschobene Besitz der Grafen von Württemberg.
Bis zum Jahr 1830 bestand die Stadt neben dem Klosterbezirk in ihrer mittelalterlichen Gestalt. Sie war bis dahin Handwerks- und Marktzentrum für ein weites Umland gewesen. Ab dem Jahr 1726, vor allem aber nach den napoleonischen Kriegen, setzte die Industrialisierung in Blaubeuren ein. 1866 wurde Blaubeuren an eine Eisenbahnlinie angeschlossen. 1807 wurden die bis dahin eigenständig nebeneinander bestehenden Amtsbezirke der Stadt und des Klosters als Oberamt zusammengeführt. Dieses Oberamt bestand bis zum Jahr 1938. Durch Eingemeindungen im Jahr 1935, 1974 und 1975 dehnte sich die Stadt auf ihre heutige Größe aus.

Stadtmauer und Schützenhäuser

Die Straße zwischen den Sportanlagen und der Altstadt verläuft auf dem ehemaligen Stadtgraben. Man kann noch Reste der ehemaligen Stadtmauer erkennen, die zum großen Teil in die Häuser, die an die Stadtmauer gebaut wurden, einbezogen worden sind. Die Stadt und das Kloster sind jeweils von einer eigenen Mauer umgeben worden. Große Teile der Klostermauer sind noch erhalten. Zwischen der Stadt und dem Kloster gab es an ihrer gemeinsamen Grenze keine Verbindungstore. Lediglich ein kleiner Fußweg, das sog. Klostergängle, führte zu einem "Törle" in der Stadtmauer. Das normalerweise verschlossene "Törle" wurde nach der Reformation z. B. zur Zeit des Kirchgangs geöffnet. Erst um das Jahr 1600 entstand an der Ecke zur Altstadt, wo heute das Gasthaus Waldhorn steht, ein drittes Stadttor, durch das man auf kurzem Wege zum Kloster gelangen konnte. Zu dieser Zeit war das Kloster schon Evangelische Klosterschule.
Vor dem Graben, etwa dort, wo heute die Sparkasse steht, war eines der Schützenhäuser. Von alters her gab es in der Stadt die Schützengesellschaft der Armbrustschützen. Später kam die Schützengesellschaft der Büchsenschützen dazu.

Schützenhaus

Das Schützenhaus war einer der Haupttreffpunkte der Stadt. Viele Feste wurden dort abgehalten. Der ernste Hintergrund für das Bestehen der Schützengesellschaften aber war, dass nach dem Niedergang des Ritterwesens die Schützengesellschaften die wichtigsten Stützen der Landesverteidigung darstellten.

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