Lebenslage

Ernährung

Als erstes Land in Deutschland verabschiedete Baden-Württemberg eine Ernährungsstrategie. Sie bildet den Rahmen für alle Maßnahmen der Ernährungsbildung. Außerdem soll darüber eine nachhaltige Außer-Haus-Verpflegung gesichert werden. Mit dem ressortübergreifenden Vorgehen setzt Baden-Württemberg starke Impulse für eine bewusste, ausgewogene und nachhaltige Ernährung im Land.
Grundlage für die Umsetzung der Ernährungsstrategie sind neun Leitsätze.

Landesweiter Ansprechpartner für eine nachhaltige, genussvolle und gesundheitsfördernde Ernährung in Baden-Württemberg ist das Landeszentrum für Ernährung in Schwäbisch Gmünd.

Arbeitsschwerpunkte sind

  • "Ernährungsinformation und -bildung" sowie
  • "Gemeinschaftsverpflegung".

Die praktische Umsetzung erfolgt durch die unteren Landwirtschaftsbehörden und fünf Kompetenzzentren für Ernährung.

Ernährungsinformation und -bildung

Informationen und praktische Tipps, Veranstaltungen und Mitmachangebote laden jede und jeden dazu ein, den persönlichen Weg des guten Essens zu entdecken. Dabei finden Aspekte zu ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung ebenso Beachtung, wie die Themen "Genuss" und "Nachhaltigkeit" – zu Hause und außer Haus.

Nachhaltigkeit und insbesondere die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung sind Schwerpunktthemen der unteren Landwirtschaftsbehörden, der Landkreise und der fünf Kompetenzzentren für Ernährung in Baden-Württemberg.
Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher, vor allem junge Erwachsene und Berufstätige, einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln zu vermitteln und sie bei einer nachhaltigen und ausgewogenen Ernährung zu unterstützen - trotz Alltagsstress und Hektik. Dazu werden landesweit zahlreiche Workshops, Vorträge und Ausstellungen angeboten.
Mit dem Projekt #easyfoodbw werden besonders junge Erwachsene in der Berufsausbildung und im Studium angesprochen, um sie in diesem neuen Lebensabschnitt zu einer nachhaltigen, genussvollen und gesundheitsfördernden Ernährung zu befähigen.

Mit der im Jahr 2019 ins Leben gerufenen Kampagne „Lebensmittelretter - Neue Helden braucht das Land“ setzt sich das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit seinen Kooperationspartnern für mehr Lebensmittelwertschätzung und einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln ein. Denn noch immer landen viele noch genießbare Nahrungsmittel im Müll.
Ergänzend dazu bieten die Landratsämter Workshops (auch online) oder Vorträge zu diesem wichtigen Thema an.

Die Landesinitiative "Bewusste Kinderernährung" - kurz BeKi - vermittelt ausgewogenes Essen und Trinken mit allen Sinnen und stellt Freude und Genuss bei den Mahlzeiten in den Mittelpunkt. Das Angebot richtet sich an Kinder, Eltern, pädagogische und hauswirtschaftliche Fachkräfte in Kitas und Schulen (bis einschließlich Klasse 6) sowie an Tagespflegepersonen. Es umfasst Informationsveranstaltungen, Unterricht, Broschüren, Arbeits- und Informationsmaterialien zum kostenlosen Download, eine Vielzahl an praxisnahen Fortbildungen (auch online) für pädagogische Fachkräfte in Kita und Schule sowie das Coaching zum BeKi-Zertifikat. Mit dieser Auszeichnung zeigen baden-württembergische Kitas, dass ihnen ein genussvolles und ausgewogenes Essverhalten sowie eine nachhaltige und alltagsnahe Ernährungsbildung der Kinder wichtig sind und diese gelebt werden.

Baden-Württemberg beteiligt sich seit dem Jahr 2017 am EU-Schulprogramm. Kinder in teilnehmenden Grundschulen und Kitas erhalten dadurch regelmäßig Gemüse, Obst, Milch und Milchprodukte über das Schuljahr verteilt. Alle teilnehmenden Einrichtungen sind verpflichtet, das Angebot pädagogisch zu begleiten. Denn die Kinder sollen den Geschmack der Früchte und der Milchprodukte kennenlernen und erfahren, wann und wie diese erzeugt werden, wie sie die Lebensmittel selbst verarbeiten können und warum Gemüse, Obst und Milcherzeugnisse für eine ausgewogene Ernährung wichtig sind.
Die Landesinitiative BeKi bietet hierzu Lehrkräfte-Fortbildungen und Arbeitsmaterialien sowie Unterstützung durch einen Besuch einer BeKi-Referentin oder eines BeKi-Referenten in der Grundschule oder Kita an.

Bereits im Schuljahr 2017/18 stellte das Land allen Grundschulen in Baden-Württemberg das Medienpaket „Ernährungsführerschein“ zur Verfügung. Dieser Baustein für die Umsetzung der Ernährungsbildung im Unterricht ermöglicht den Kindern im Klassenzimmer Lebensmittel sinnlich wahrzunehmen, diese zu kleinen Gerichten zu verarbeiten und anschließend gemeinsam zu genießen.
Unterstützt wird die Einführung des Ernährungsführerscheins durch Lehrkräftefortbildungen, angeboten über die Landesinitiative BeKi.

Im Alter wird die Zusammensetzung des Essens immer wichtiger. Im Allgemeinen sinkt mit dem Alter zwar der Energie-, aber nicht der Nährstoffbedarf. Eine gesundheitsförderliche und bedarfsgerechte Ernährung im Seniorenalter trägt daher zum Erhalt und zur Steigerung der Gesundheit, des Wohlbefindens, der Selbstständigkeit und der Lebensqualität bei. Dies betrifft sowohl die Mahlzeiten, die zu Hause in Eigenverantwortung oder durch pflegende Angehörige zubereitet werden, als auch die Angebote der Gemeinschaftsverpflegung, z. B. stationärer Pflegeeinrichtungen, mobiler Menüdienste und kommunaler Mittagstische.

Der „Schwerpunkt Seniorenernährung“ am Landeszentrum für Ernährung informiert rund um das Thema Essen und Trinken im Alter und bietet z. B. Austauschformate, Tagungen und Fortbildungen für Fachkräfte an. Rund um den Tag der Seniorenernährung am 1. Oktober gibt es regelmäßig auch Informations- und Mitmachangebote für alle Seniorinnen und Senioren.

Gemeinschaftsverpflegung

In der Gemeinschaftsverpflegung sollen Essen und Trinken in allen Lebenswelten außer Haus nachhaltig verankert und die Qualität des Essens verbessert werden. Fortbildungen, Austauschmöglichkeiten, Informationsmaterialien und Coaches unterstützen die Akteurinnen und Akteure.

Modellprojekte zur Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung und umfangreiche Informations- und Schulungsangebote für alle Interessierten werden vom Landeszentrum für Ernährung durchgeführt. Neben Schul- und Hochschulmensen sowie Landeskantinen werden Betriebe, Reha-Einrichtungen, Kliniken und Senioreneinrichtungen dabei unterstützt, ihre Verpflegung zu verbessern.

Mit dem Projekt „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung in Bio-Musterregionen“ werden gezielt Einrichtungen und Betriebe dabei unterstützt, ein gesundheitsförderndes, nachhaltiges und genussvolles Verpflegungsangebot zu etablieren. Die Projektbeteiligten engagieren sich für mehr regionales Bio auf ihren Tellern, stellen ihre Speisepläne nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) um und tun viel dafür, ihre Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Damit leisten die Küchen einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und stärken gleichzeitig die regionale Wertschöpfung.

Übergeordnete Lebenslage: Ernährung und Lebensmittelsicherheit
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