Stadtnachricht

Das Blaubeurer "Schimmele" feiert 400 Jahre
Sonderausstellung im Urgeschichtlichen Museum


1618 -  Vom Doppelhaken zum Schimmele  – 2018

Einführung in die Sonderausstellung im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren, 16. Dezember 2018 – Ostern 2019

Das Blaubeurer „Schimmele“ feiert 400 Jahre





 
Gewicht: 200 Gramm
Fassungsvermögen: 3/8 Liter (375 Milliliter)
Höhe: 20 Zentimeter / 31,5 Zentimeter mit Deckel
Durchmesser: 8,5 Zentimeter

Der Name Schimmele ist die alte schwäbische Bezeichnung für einen Krug. Die sehr filigran gearbeitete Pokalschale mit Deckel gleicht einer großen Traube. Der Schaft stellt den Rebstock dar, an dem ein Bauer seine Axt anlegt. Sowohl am Deckel, als auch am Fuß des Buckelpokals ist ein silberner Zierkranz angebracht, der die Traubenblüte darstellt. Ein kleines Wappen und das Meisterzeichen V. K. bezeichnen wahrscheinlich den Goldschmied.
 
Wie kam das Schimmele nach Blaubeuren?

Im Jahr 1618 forderte der württembergische Herzog Johann Friedrich (1582 -  1628) Blaubeuren auf, Waffen für den anstehenden Krieg abzugeben. Die Blaubeurer Bürger kamen dieser Aufforderung nach und lieferten „ettlich gegossene Doppel Hacken“, das sind schwere Feuerwaffen der damaligen Zeit, nach Stuttgart. Als Anerkennung bekamen Bürgermeister und Gericht einen vergoldeten Silberpokal, das Schimmele, den vermutlich ein Goldschmied in Nürnberg oder Ulm im 16. Jahrhundert hergestellt hatte. Die Herkunft lässt sich leider nicht genauer ermitteln, aber es sind einige solcher Trauben-, Ananas-,  oder auch Buckelpokale erhalten, die aus Nürnberg stammen und die eine große stilistische Ähnlichkeit mit dem Schimmele aufweisen.

Das Schimmele war vor allem für das Rathaus wichtig: Wie viele städtische Rathäuser im 17. Jahrhundert, waren auch die Blaubeurer sehr daran interessiert, wertvolles Trinkgeschirr für festliche Anlässe zu besitzen. Noch heute zeugen auch andernorts zahlreiche bürgerliche Ratssilberschätze von diesem Bestreben. So fand in Blaubeuren z.B. jährlich an Weihnachten ein Neujahrsumtrunk auf dem Rathaus statt, bei welchem dann sicher das Schimmele zum Einsatz kam.
 
Tradition

Um das Schimmele entstand ein Brauch, für den es noch in den 1970er Jahren Antragsformulare auf dem Rathaus gab. Seit dem 20. Jahrhundert ist der Brauch in dieser Form schriftlich überliefert: Kommen mindestens sieben ehrbare Bürger in Blaubeuren zusammen, können sie das Schimmele vom Rathaus einfordern. Jeder Teilnehmer der Tafelrunde soll einen gereimten Trinkspruch ausbringen und dem Stifter des Pokals, Herzog Johann Friedrich, gedenken.
Das Schimmele überstand die Pest, sowie alle Plünderungen und Gräueltaten des Dreißigjährigen Krieges. Heute befindet sich der wertvolle Renaissance-Pokal im Tresor der Stadt und wird der Öffentlichkeit zu wichtigen Anlässen, wie beispielsweis der Ernennung von Ehrenbürgern, präsentiert. Nach 400 Jahren ist es immer noch eine große Ehre, einmal aus dem Blaubeurer Schimmele trinken zu dürfen.
Heute steht jedoch weniger der Stiftungsgrund, als vielmehr die Tradition einer Blaubeurer Bürgerschaft im Mittelpunkt, die im Frieden mit sich und ihrer Umwelt ist.
 
Im Privilegien- oder Copialbuch  der Stadt Blaubeuren wurden wichtige Dokumente der Stadt in Abschrift gesammelt. Nur aus diesem Grund weiß man heute noch, wie und aus welchem Anlass das Schimmele nach Blaubeuren kam, denn die Originalurkunde von 1618 ist nicht erhalten.


 

Hoch Fürstl. Befehl.
Weßmasen unser gnädiger
Fürst und Herr der Statt all-
hier auffs Rathhauß einen
Silber vergülten Becher
verehrt.

Von Gottes Gnaden Johann
Friderich.
Herzog zu Württemberg. ++
Unßern Gruß zuvor Liebe
Getreue! Demnach auff unser
gnädiges Begehren Ihr uns ettlich
gegossene Doppel Hacken in
unterthänigkeit zukommen laßen
welches dann von Uns zu gnädigem
gefallen geraicht, alß überschicken
Wir Euch dafür zum Angedenken
Bey verwahret Silberin Vergult
Trinkgeschirr , das wollet von Unsert-
wegen auff Eurem Rathhauß
also aufbehalten, und zu  Begehnder
Gelegenheit, dabey Unseren im Besten
unterthänig eingedenck seyn, wollten
Wir auch denen Wir mit gnädigem
Willen genaigt in Widerantwortt
Anfügen Dat Stuttg. Den 14 Decbr. 1618.
Friderich
Unsern Lieben
Getreuen Bürgermaißter und
Gericht zu Blaubeyren.
-----------------------------------------   
Act Stadt- Buch. Fol. 91.      
 
Privilegienbuch v. 1672, Stadtarchiv Blaubeuren, B 26/2, Bl. 26 – 26v. Transkription von Peter Schmid
 
 
Doppelhaken Büchse

      
Replik eines Doppelhakens nach einem Original in den Kunstsammlungen der Veste Coburg, Inv. IV. D. 45. Herstellungsort des Originals: wahrscheinlich Suhl um 1620, Gesamtlänge: 228 cm  Lauflänge: 169 cm Kaliber (Bohrung): 27 mm, Gewicht: 19 kg
 
Die Feuerwaffe besaß einen 1,40 bis 2,30 Meter langen Lauf, in den 200 bis 270 Gramm schwere Bleikugeln hineinpassten. Der angeschmiedete Haken im vorderen Bereich des Laufs gab der bis zu 50 Kilogramm schweren Waffe ihren Namen. Der Haken wurde beim Schießen eingehängt und sollte den Rückstoß abfedern. Aufgrund des hohen Gewichts legten die Soldaten den Doppelhaken auf eine Mauer, eine in den Boden gesteckte Gabel oder eine sogenannte Bocklafette auf. In dieses fahrbare, dreibeinige Gestell wurde die Waffe mit ihren Schildzapfen eingehängt.
Doppelhaken kamen im 16. Jahrhundert auf. Sie waren weniger auf freiem Feld, sondern vor allem bei der Verteidigung fester Standorte von großem Nutzen. Die großkalibrige Waffe durchschoss sogar erdgefüllte Schanzkörbe und dicke Bohlenwände. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges löste jedoch die technisch ausgereiftere Muskete die Hakenbüchse, auch Arkebuse genannt, ab.
 
 
Blaubeuren und der Dreißigjährige Krieg


Matthäus Merian, Kupferstich 1643
 
 
Blaubeuren vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges

Im Jahr 1618 ging für Blaubeuren eine fast hundertjährige Friedenszeit zu Ende. In der Grenzstadt des Herzogtums Württemberg lebten etwa 1400 Einwohner, die von der verkehrsgünstigen Lage und den zahlreichen Handwerksbetrieben vor Ort profitierten. Noch heute zeugen aus dieser Zeit bekannte Fachwerkhäuser, wie das Matthäus-Alber-Haus, das Kleine Große Haus oder der Hohe Vil. Auch das Namensschild des damaligen Bürgermeisters, Matthäus Weingartner, ist am Großen Haus zu sehen.
   

Namensschild: Großes Haus, Webergasse 11 


Blaubeuren im Dreißigjährigen Krieg

Die vielen machtpolitischen und religiösen Gegensätze im Reich hatten sich zugespitzt, die einzelnen Fürstentümer sammelten sich entweder auf Seite der Protestantischen Union, oder bei der Katholischen Liga. Der Begriff der „religiösen Toleranz“ war in dieser Epoche der Konfessionalisierung ein Fremdwort. Eine militärische Lösung der Konflikte wurde schon seit 1609 immer wahrscheinlicher. Dennoch war es im Jahr 1618 nicht vorstellbar, dass ein drei Jahrzehnte dauernder Krieg am Ende ein weitgehend zerstörtes und
entvölkertes Land hinterlassen würde.


Herzog Johann Friedrich v. Württemberg 1616
 
Wie alle Städte in Württemberg, bereitete sich auch Blaubeuren auf den Krieg vor: Ein „Trillmeister“ bildete die Bürgerwehr beim Schützenhaus aus, das sich auf dem heutigen Parkplatz zwischen Blautopfschule und Sparkasse befand. Für die Bewaffnung sorgten zwei Blaubeurer Waffenschmiede, das nötige Pulver kaufte die Stadt ein. Diese Wehrübungen mit bis zu 300 Reservisten aus der Stadt und den Dörfern des Amtes dauerten oft mehrere Wochen.
Gegen die kampferprobten, professionellen Söldnerheere waren die Bürgerwehren Württembergs jedoch machtlos. Albrecht von Wallensteins Methode der Heeresfinanzierung:  „Der Krieg ernährt den Krieg“ hatte zur Folge, dass die Söldnertruppen, die oftmals selbst hungerten, sich aus den Dörfern und unbefestigten Städten alles holten, was sie brauchten und die Bevölkerung ausplünderten und terrorisierten. Allein die mittelalterliche Stadtmauer bot Schutz vor marodierenden Truppen. Ab Mitte der 1620er Jahre musste Blaubeuren immer mehr durchziehende Soldaten beherbergen und verköstigen.
 
Die Konfession

Der persönliche Glaube hatte allgemein einen viel höheren Stellenwert als heute und die Herrschaftsgebiete waren konfessionell homogen, d.h. in einem evangelischen Gebiet wurden keine Katholiken geduldet und umgekehrt.
Die militärischen Erfolge der kaiserlichen Truppen unter Kaiser Ferdinand II. beendeten auch den Status Quo in der Konfessionsfrage. Auf dem Höhepunkt seiner Macht, verfügte der Kaiser 1629 das sogenannte Restitutionsedikt. Der Augsburger Religionsfriede von 1555 wurde ohne die evangelischen Reichsstände umgedeutet. Für Blaubeuren bedeutete dies, dass die Evangelische Klosterschule 1630 aufgehoben wurde und Benediktinermönche aus Weingarten unter Abt Raimund Rembold das Kloster wieder in Besitz nahmen. Kaiserliche Beamte übernahmen das Regiment in der Stadt, sowohl die evangelischen Pfarrer in Stadt und Dörfern, als auch der Dekan wurden abgesetzt und evangelische Gottesdienste verboten.
Die Blaubeurer standen aber zu ihrem Glauben. Heimlich wurden Kinder aus Blaubeuren z.B. im ulmischen Bermaringen evangelisch getauft, ebenso wurden auch evangelische Trauungen gehalten. Als der schwedische König Gustav Adolf, der „Löwe aus Mitternacht“ mit seinem Heer nach Württemberg vorrückte, flohen die Mönche wieder aus Blaubeuren. Vier Jahre später, nachdem das Haus Habsburg wieder die Oberhand gewonnen hatte, kehrten die Mönche zurück und blieben bis zum Ende des Krieges im Kloster Blaubeuren. Rekatholisierungs- Bemühungen seitens der habsburgischen Herrschaft gab es nicht. Auch die Mönche im Kloster blieben ganz für sich.
Nach der Niederlage Schwedens und Württembergs im Jahr 1634 in der Schlacht bei Nördlingen, war das ganze Land schutzlos den kaiserlichen Truppen ausgeliefert. In der Region um Blaubeuren begann nun die brutalste Phase des Krieges, ganz so, wie man sie von den zeitgenössischen, alptraumhaften Radierungen, etwa von Jacques Callot oder Hans Ulrich Franck heute noch kennt.



Söldnerheere brandschatzten in Seißen, Asch, Berghülen, Bühlenhausen, Machtolsheim und Weiler. Steinenfeld, die Gleißenburg, Suppingen und Treffensbuch hörten auf zu existieren. Danach war Blaubeuren an der Reihe: Kaiserliche Truppen standen am 14. September 1634 vor dem Suppinger Tor, drangen gewaltsam ein und plünderten die Stadt. Am nächsten Tag standen elf Häuser in der Marktstraße, der Ritter- und Küfergasse in Flammen, die Marktstraße oberhalb der Stadtmauer wurde restlos niedergebrannt. Von nun an waren Gräueltaten an der Tagesordnung und ein Menschenleben nicht mehr viel wert: Männer, die eine Waffe trugen, wurden umstandslos getötet und Frauen vergewaltigt.
Aber das Schlimmste stand erst noch bevor:
 
Die Pest: Im Jahr 1635 brach bei einem Bewohner im Heilig-Geist-Spital die Pest und mit ihr in der Stadt Panik aus. Über den Verlauf der Seuchenausbreitung und über deren Folgen, z.B. die Zahl der Pesttoten, gab es für einige Jahre - einmalig in der Geschichte der Stadt - keinerlei Aufzeichnungen mehr, die öffentliche Verwaltung war endgültig zusammengebrochen.



Sondersiechenhaus in der Marktstraße
Evangelische Stadtkirche, Sixt Kummer 1683
 
Wir sind doch nunmehr gantz / ja mehr denn gantz verheeret!
Der frechen Völcker Schaar / die rasende Posaun
Das vom Blutt fette Schwerdt / die donnernde Carthaun /
Hat aller Schweiß / und Fleiß / und Vorrath auffgezehret.
Die Türme stehn in Glutt / die Kirch ist umgekehret.
Das Rathauß ligt im Grauß / die Starcken sind zerhaun /
Die Jungfern sind geschänd’t / und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer / Pest / und Tod / der Hertz und Geist durchfähret.
Andreas Gryphius "Tränen des Vaterlandes“1637

Blaubeuren nach dem Dreißigjährigen Krieg

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler bezeichnet das Geschehen schon im Titel seines aktuellen Werks[1] als „deutsches Trauma“. Der Krieg habe Deutschland ökonomisch und kulturell um hundert Jahre zurückgeworfen.
Eine genaue Erfassung der Einwohner Württembergs im Jahr 1650 für die Ermittlung neuer Steuersätze zeigt, wie sehr sich die Bevölkerung durch Krieg, Pest und Landflucht verringert hatte: Wohnten vor dem Krieg etwa 350 000 Einwohner in ganz Württemberg, waren es danach noch ein Drittel davon, etwa 120 000 Menschen.
In der Reichstadt Ulm starben etwa 15 000 Menschen, meist Landflüchtlinge, an der Pest. In Blaubeuren wohnten im Jahr 1652 schon wieder 800 Menschen. Asch und Sonderbuch hatten vor dem Krieg 700, danach noch 200 Einwohner. In Seißen lebten vor dem Krieg 360 Menschen, nach dem Krieg nur noch 38. Suppingen war wie viele Dörfer und Gehöfte auf der Alb völlig zerstört und entvölkert. Blaubeuren bezifferte die Kriegsschäden für Stadt und umliegenden Dörfer auf 238.703 Gulden. Zum Vergleich: Das Jahreseinkommen eines Handwerkers betrug ca. 10 -15 Gulden.

[1] Herfried Münkler: Der Dreißigjährige Krieg. Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618 – 1648. Berlin 2017.

Wiederaufbau nach 1648

Nicht alles war zerstört. Obwohl eine ungenannte Zahl von Häusern nach Bränden und Truppeneinlagerungen unbewohnbar geworden waren und deshalb abgerissen werden mussten, blieben die wichtigsten Gebäude, wie das Rathaus, das Heilig-Geist-Spital, die Stadtkirche und das Kloster weitgehend erhalten. Die Stadt bestellte neue evangelische Pfarrer und Lehrer und ließ zerstörte Gebäude neu errichten. Württemberg öffnete die Klosterschule wieder. Aber noch bei einer Steuererhebung im Jahr 1670, stand bei zahlreichen Hofstellen im Ort der Vermerk „Brandstatt“. Heimatlos gewordene Dorfbewohner aus der Region zogen in die Stadt und füllten teilweise die Lücken. Außerdem gab es eine hohe Geburtenrate. Doch erst im Laufe des 18. Jahrhunderts gelang es, die Wirtschaftskraft und die Bevölkerungszahl von 1618 wieder zu erreichen.
Vom Wiederaufbau der Stadt zeugen 34 barocke Tafelgemälde des Ulmer Stadtmalers Bartholomäus Sixt Kummer aus dem Jahr 1683, die sich an der West- und Südempore der evangelischen Stadtkirche befanden. Im Hintergrund der Psalm-Allegorien ist ein Land in Frieden und Wohlstand zu sehen. Von den 34 Bildern sind heute noch 25 erhalten, davon befinden sich neun in der Stadtkirche und 17 weitere im Badhaus der Mönche, dem Heimatmuseum der Stadt Blaubeuren.
 
 
 
Tafelbild: Die Stadt Blaubeuren

Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihre brünnlein (Psalm 46,4)
Du hüter Israel, Allmächtig grosser Schützer,
laß diese Gottes Statt und ihrer Bürger Zahl
im Friden lustig stehn! Dein wachen ist vil nützer
als aller klugen wacht; So steths wohl überal.

 
Im Hintergrund steht die Stadt mit Kirche, Heilig-Geist-Spital und Kloster. Auf dem Blaufelsen über der Stadt ragt wachend ein Turm, der zusammen mit der Stadtmauer Schutz bietet. Von den Kriegszerstörungen ist nichts mehr zu sehen.
 
 

Tafelbild: Das Heilig-Geist-Spital

Wol dem der sich des dürfftigen annimbt (Psalm 41,1).
Wohl hier und ewig dort wird es dem frommen gehen
der sich des dürfftigen von hertzen nimmet an `
Ein ohnbarmhertziger mag nicht vor Gott bestehen;
Weh dem wer hier vom Gut der Armen hat gethan.

 
In einem prächtig ausgestatteten, holzgetäfelten Krankenzimmer des Spitals, sind der biblische Lazarus und Jesus zu sehen, wie er sich den Kranken zuwendet. Zu den vielen interessanten Details zählen zum Beispiel die Arzneien auf dem Nachttisch. Auf der rechten Bildhälfte ist im Vordergrund der Teich Bethesda (Symbol der Barmherzigkeit) vor der Westseite des Spitals (Karlstraße) zu erkennen. Das Spital, damals noch mit Turm, befindet sich wieder in gutem Zustand, nachdem es durch die Einquartierungen französischer Truppen im Winter 1646/ 1647 unbewohnbar geworden war.
 
 

Tafelbild: Die vier Jahreszeiten als Putten

Du crönest das jahr mit deiner güte (Psalm 65,11).
Schau wie hat Gott gecrönet die lieblichen jarsZeite
Ein iedes trägt auf sich warZeichen seiner lieb;
drum weil Gott will auf uns die gnadenbrönnlein leiten
Soll heüffig sein in uns auch der dancksagung trib.

 
Allegorische Darstellungen waren in der Zeit des Barock sehr beliebt. Auf protestantischen Darstellungen sind sie jedoch nur gestattet, wenn ein Künstler wie der Ulmer Stadtmaler Kummer sie mit einem Textbezug zur Heiligen Schrift abbildet. Der dunkle Himmel weist in die Ewigkeit, aber die vier Jahreszeiten als wohlgenährte Putten stehen für einen optimistischen Blick in die Zukunft.
 
Text: Stephan Buck und Kathrin Lieb
 
Für ihre tatkräftige Hilfe zum Gelingen der Ausstellung dankt die Stadt Blaubeuren:
Stephan Buck, Peter Dannecker, Marion Delitsch |Laserglück Langenau-Albeck, Beate Fink | finkmedia GmbH Merklingen, Christine Götz, Steffen Haag,  Armin König – Zeughaus Kunst & Handwerk Hohenberg a. d. Eger, Claudia Küchler – Bildarchiv Deutsches Historisches Museum Berlin, Bernhard Lüer, Andrea Müller, Julia Ott | Design aus Leidenschaft Blaubeuren, Bettina Staub - Museum Sankturbahnhof Sursee Schweiz, Urgeschichtliches Museum Blaubeuren, Stadtarchiv,  Frank Wallis | Reklame Guru Dornstadt.





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