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925 Jahre Gerhausen

Gerhausen hat die Merkwürdigkeit, dem Fremden seine Sehenswürdigkeiten sorgfältig zu verbergen… so zu lesen in einem Artikel von Archivar Jörg Martin in der Festschrift  70 Jahre Martin-Luther-Kirche Gerhausen im Jahr 1997.
 
Am 2. Mai 1092 wurde „Gerohusin“ erstmals urkundlich erwähnt.
Diese erste Erwähnung liegt im Jahr 2017 nunmehr 925 Jahre zurück.
 
Das ist Anlass und Freude zugleich, das Jubiläum 925 Jahre zu feiern und über das Festjahr 2017 auf die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten des Dorfes hinzuweisen.

  • FEST / UNTERHALTSAMER NEUJAHRSEMPFANG ZUR 925-JAHR-FEIER GERHAUSENS

    Rede BM
    Festrede Bürgermeister 
    Chorknappen
    Choristen, Acapella-Gruppe aus Ulm

    Gemeinschaftssinn an der Blau

    Vom Fischerstechen auf der Blau, seltenen Tieren oder altehrwürdigen Persönlichkeiten haben rund 350 Gäste beim Neujahrsempfang in Gerhausen erfahren. Sie feierten mit munterem Historien-Spiel, passender Musik und schönen Fotos.
    THOMAS SPANHEL

    Gerhausen·: Gerhausen "verbirgt seine "Sehenswürdigkeiten sorgfältig": Dieser viel zitierte Satz von Kreisarchivar Jörg Martin ist auf dem Neujahrsempfang anlässlich der 925-Jahr-Feier des Orts in der Karl-Spohn-Realschule widerlegt worden. Mit einem Historienspiel, einem politischen Ausblick, Fotos und Zeit zum Austausch sind die schönen Seiten Gerhausens am Dienstagabend herausgearbeitet worden. Die Gerhauser selbst zeigten, dass sie feiern können und gleichzeitig ihre Geschichte und die schönen wie problematischen Punkte ihrer Gemeinde nicht vergessen. Das Blechbläserquintett "Compositium Mixtum" mit Hans-Peter Schwab an der Trompete und die jungen Ulmer "Choristen" bereiteten mit festlichen Klängen und wunderbar erfrischend präsentierten Acapella-Liedern den passenden Rahmen.
    Gleich zu Beginn zog Marianne Söll als alte Gerhauserin mit Anekdoten alle in Bann. Humorvoll erzählte sie von früheren Sommergästen, die wegen Gerhausens "guter Luft und reizvollen Landschaft" kamen - und vielleicht auch wegen der damals enorm vielen Wirtschaften. Und sie erinnerte an einen Lehrer und einen Bademeister im Schwimmbad, die zwar die Schüler beim Unterricht im Blick hatten, aber nicht schwimmen konnten.

    Bürgermeister als Graf

    Auf die Anekdoten folgte derAuftritt des "hochwohlgeborenen Graf Hartmann von Gerohusin", gespielt von Bürgermeister Jörg Seibold, der die Urkunde aus dem Jahr 1092 verlas, in der Gerhausen vor 925 Jahren erstmals erwähnt wurde. Der Bürgermeister, zunächst mittelalterlich gekleidet, erinnerte an einige Eckdaten der Gerhauser Geschichte: Dass es sich wohl um eine alemannische Siedlung aus dem 6. oder 7. Jahrhundert handelte, und das Kloster Blaubeuren hier im 15. Jahrhundert 14 Bauerngüter besaß. "Es war ein armes Dorf mit relativ wenig Ackerland" - Bewohner brauchten einen Nebenerwerb, etwa Fischfang in der Blau oder Webarbeiten. Später entwickelte sich der Ort mit der Zement- und Steinbruchindustrie weiter. Eine Folge: Die Einwohnerzahl vervierfachte sich binnen hundert Jahren auf 2444 im Jahr 1961.

    Fluch und Segen: B 28

    Seibold kam auch auf die Bundesstraße 28 zu sprechen - für Gerhausen Fluch und Segen zugleich: Über Jahrhunderte war sie Lebensader des Ortes an der sich Geschäfte und Wirtschaften drängten, heute ist sie mit 18 000 Autos täglich eine Bürde. Geschäfte ließen sich dadurch auch nicht anlocken. Ziel sei es, sagte er unter Applaus, sie bald durch eine Umgehungsstraße zu ersetzen.
    Später kam er auf Dinge zu sprechen, die den Ort als Besonderheit kennzeichnen: Etwa die aktiven Kirchengemeinden, das rege Vereinsleben oder die Wasserfassung, die ganz Blaubeuren mit frischem Quellwasser versorgt: "Ich trinke jeden Tag einen Liter davon." Eine wahre Sehenswürdigkeit sei das 600 Jahre alte frisch sanierte Alte Kirchle. Kinderbetreuung und Schulen ließen kaum Wünsche offen: "Gerhausen geht es gut. Es liegt idyllisch im Blautal, mit teils versteckten, fast verwunschen wirkenden Winkeln, Nischen und Höhlen, umgeben von viel Natur. Es lässt sich dort gut leben, wohnen und arbeiten."
    Joachim Striebel, Gerhauser und Redakteur der SÜDWEST PRESSE, zeigte das in einem Vortrag mit eigenen und historischen Fotos vor allem von Albert Baumhauer und Hans König: Es gab ein Fischerstechen auf der Blau anno 1924 zu sehen, den früheren "Gänsegarten" oder ein Hochwasser in den 1950ern. Und Striebel zeigte große Ereignisse, etwa das Patenter-Rennen, und kleine Natur-Besonderheiten wie den stark bedrohten Apollo-Falter, der auf Gerhauser Gemarkung einen seiner letzten große Stützpunkte hat.
    Seibold jedenfalls sah den größten Schatz Gerhausens im Gemeinschaftssinn im Dorf. In diesem Zusammenhang würdigte er auch den Einsatz von vier Gerhauser Bürgern, die den Festabend initiiert und zusammen mit Stadt und TV Gerhausen organisiert hatten: Marianne Söll, Steffi Dispan sowie Angela Failing-Striebel und Joachim Striebel. Der Gemeinschaftssinn zeigte sich auch an diesem Abend, der um 18 Uhr begann und bei Freibier und Häppchen um Mitternacht noch nicht zu Ende war.
  • Eröffnung Plätzlesweg

    Die Idee des Plätzleswegs ist einfach: Schöne Plätze im Ort und an der Blau werden durch einen ausgeschilderten Weg miteinander verbunden.  Nach und nach sollen die Plätze mit einheitlichen Sitzmöbeln versehen werden, so dass sich auf dieser Dorfrunde überall die Möglichkeit für ein kleines gemütliches Schwätzle für Jung und Alt ergeben kann. Von  der Dorfmitte führt der Weg am Alten Kirchle vorbei zur Eisenbahnbrücke, über den Frauenberg zum Kriegerdenkmal und durch das Neubaugebiet an der Blau zurück ins Dorf. An allen Plätzen informieren Tafeln über interessante Aspekte Gerhausens: Wussten Sie, wo früher die Schneckengärten von Gerhausen lagen? Wo einst die Schafswäsch oder der Gänsegarten war? Was es mit den Helfensteinern auf sich hat oder warum Gerhausen eine Feinerstraße hat?
    Konzipiert wurde der Weg vom Arbeitskreis Dorfleben, der aus dem von der Stadt Blaubeuren durchgeführten Projekt zur Dorfinnenentwicklung (2014-16) hervorging.  Anlässlich der 925-Jahr-Feier Gerhausens wird der Plätzlesweg am 28. Mai 2017 feierlich eingeweiht und die ersten fertigen Plätze werden im Rahmen einer unterhaltsamen Kostümführung gemeinsam begangen.

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